Erfahrungsbericht 4

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Erfahrungsbericht von Frau Claudia A. vom 30.03 2008

Hallo ich bin Claudia_A, mittlerweile 42 Jahre und habe das Gefühl, bevor ich nicht diesen Erfahrungsbericht geschrieben habe, dass ich mit dem Thema Angst vorm Zahnarzt wohl nie so richtig fertig werde oder wie soll ich mich ausdrücken... abschließen kann. Ich möchte einen Schlussstrich ziehen können, endlich ganz NEU anfangen!
Und da ich auch tagtäglich im Forum von Dr. M. unterwegs bin und die Beiträge lese, ich also sehe das es zig Menschen gibt die gar keinen Ausweg sehen, hab ich mich jetzt dazu entschlossen, meine Geschichte aufzuschreiben weil, ES GIBT EINEN AUSWEG! Man kann es schaffen, sei es mit unendlich viel Unterstützung der anderen Forumsmitglieder, der Familie und Freunde, der wirklich aufopferungsvollen Hilfe der Zahnärzte oder allein, mit ein bisschen Mut und Willen. Man muss es nur angehen und wenn es Jahre dauert, Höhen und Tiefen sich einstellen, ES IST ZU SCHAFFEN!

Wo aber soll ich jetzt anfangen? Das ist schwierig, weil ich mich schätzungsweise schon 20 Jahre damit rum quäle. Welches Jahr genau, was wie geschehen ist, kann ich gar nicht schreiben, weil die Verdrängung ist so groß gewesen, dass ich manchmal das Gefühl habe, Monate oder Jahre seit meiner Jugend hätten gar nicht existiert. Die Tatsache, dass ich aber zwei Mädels allein großgezogen und dabei noch arbeiten gegangen bin, spricht wohl eher dagegen.

Was mich ab meiner Jugend daran gehindert hat zum Zahnarzt zu gehen, war eine brutale Zahnärztin!!! Ich kann nicht behaupten dass ich mich an angenehme Zahnarztbesuche erinnern könnte, schon seit meiner Kindheit bin ich von meiner Mutter regelmäßig hin geschleift worden, weil ich eine wahnsinnige Angst vor diesem alten Mann und seinen noch älteren Instrumenten hatte, mit denen er seine Patienten behandelte. Da ich auf dem Zahnarztstuhl nie Ruhe gab und ich auch den Mund nie freiwillig geöffnet hab, bin ich regelmäßig von ZWEI Schwestern festgehalten worden, ich schreibs nochmal ZWEI Schwestern!!! Man bedenke ich war ein KIND!!! Der Zahnarzt hat jedesmal irgendetwas gefunden und nach Herzenslust gebohrt, ob ich Schmerzen dabei hatte oder nicht. Stell dich nicht so an, das kann ja gar nicht weh tun, so oder so ähnlich war sein Kommentar jedesmal dazu.

Ja und dann kam die Zeit als ich zur Lehre ging. ENDLICH! Niemand mehr der mich zum Zahnarzt schleift, jetzt war ich mir sicher, geh ich nur noch, wenn es nicht anders geht. Ja so wars dann auch, ein “Betriebszahnarzt”, also so ein Arzt den es damals in jedem Betrieb gab, zog mir dann gleich einen Zahn, nachdem ich mit einer dicken Backe nicht mehr umhin kam, ihn aufzusuchen. Einen Folgetermin hatte ich auch in der Tasche, als ich dort raus ging. Ich konnte nicht, ich wollte nicht! Deshalb hab ich den sausen lassen und bin dann ein paar Jahre später, als ich mir schon so viel antrainiert hatte Schmerzen zu verbergen, die aber nicht mehr zu verbergen gingen, weil der Zahn anscheinend entzündet war, zu einer Zahnärztin in der “Poliklinik”.

Was man bei einer Entzündung an Schmerzen durchsteht, brauch ich wohl niemandem erzählen. Es hat nichts mehr geholfen. Keine Tabletten, kein NICHTS! Ich musste also hin. Was ich da erlebt habe, werd ich wohl mein Lebtag nicht vergessen, weil das hat sich regelrecht in mein Hirn eingebrannt und lässt sich auch nicht ausradieren oder vergessen, wie so viele andere Dinge in meinem Leben. Ich also hin, der Schwester erzählt, das ich große Zahnschmerzen habe und unbedingt behandelt werden müsste, weil die schon im Begriff war, mir einen Termin zu geben. Ja, da sass ich nun in einem überfüllten Wartezimmer und kam mir vor, als würde ich auf meinen Henker warten.
Wie lange ich da sass keine Ahnung! Irgendwann war ich dann aber doch an der Reihe, mit zittrigen Knien setzte ich mich auf diesen verhassten Zahnarztstuhl und erzählte der Ärztin das ich schreckliche Zahnschmerzen habe. Ein Blick in meinen Mund hat ihr dann auch gereicht und sie hat mich anschließend so richtig runtergemacht, man würde da wohl heute sagen, sie hat mich erniedrigt ohne Ende. Wahrscheinlich, so habe ich das empfunden, sah sie es nun als ihre Aufgabe an mir zu zeigen, dass man regelmäßig zum Zahnarzt gehen sollte, um einen solchen Zustand der Zähne zu verhindern. Nach ihrer Standpauke bekam ich sofort eine Spritze, weil sie den Zahn ziehen musste. Danach bin ich ins Wartezimmer geschickt worden um die Wirkung der Spritze abzuwarten.

Oh Gott, ich weiß nicht wie ich ausgeschaut habe, aber es war mir so unendlich peinlich mich wieder da raus setzen zu müssen, das hieß ja für die anderen Wartenden, na die kann ja nur schlechte Zähne haben, wenn man der einen Zahn ziehn muss. Blöd so überhaupt zu denken, das weiß ich heute, aber ich hab damals so gedacht. Niemand in meinem Umfeld war mir bekannt, der nicht regelmäßig zum Zahnarzt ging und Leute die vorm Zahnarzt Angst hatten gabs doch gar nicht! Gut, irgendwann wurde ich dann wieder aufgerufen, nahm wieder Platz und die Ärztin versuchte ihr Glück, den Zahn zu ziehen. Die Schmerzen die ich dabei hatte, kann ich niemandem beschreiben, ich würde es meinem ärgsten Feind nicht wünschen! Da ich mich gewehrt hatte und ihr auch gesagt hab, dass die Schmerzen so groß sind, wurden zwei Schwestern gerufen die mich festhielten, die Ärztin lies nicht locker, ich hab nur geweint, geschrien, soweit ich konnte.... Bis sie mir dann noch ne Spritze gab, weil sie den Zahn nicht raus bekam und sie mir sagte so könne sie nicht arbeiten, wenn ich mich so anstelle. Dann wurde ich wieder ins Wartezimmer verbannt, verheult wie ich war, war die Scham dieses mal um so größer.
Wie soll ich das beschreiben? Es lässt sich nicht beschreiben..., vielleicht hat das damals meine Angst vor Wartezimmern ausgelöst. Ich bekomme heute noch Angstzustände, wenn ich irgendwo in einem Wartezimmer sitzen muss, schrecklich! Ok, ich wurde dann jedenfalls wieder rein gerufen und mit Hilfe der beiden Schwestern, die mich voll “im Griff” hatten und einer Zahnärztin die sich auf mich gesetzt hatte, weil ich einfach nicht still hielt, nicht still halten konnte, weil die Schmerzen unbeschreiblich groß waren! Irgendwann hatte sie es geschafft, der Zahn war raus!
Bevor ich gehen “durfte”, hat sie mich durch herablassende Worte noch ziemlich nieder gemacht und dann mit einem neuen Termin “entlassen”. Genau der Zeitpunkt, als ich aus dieser Praxis rausging war der, wo ich mir geschworen hab, NIE WIEDER ZAHNARZT!

Eigentlich kann das ja alles nicht so schlimm werden, wenn man die Zähne immer ordentlich putzt, werden sie schon lange genug heil bleiben. Das war ein Trugschluss, leider. Meine Zähne waren ja da schon nicht mehr in Ordnung, wie sollten sie dann in Ordnung bleiben? Über die Jahre wurden sie immer schlechter, mein Zustand physisch wie psychisch auch. Mittlerweile hatte ich meine Mädels zur Welt gebracht, eine bescheidene Ehe geführt, mich scheiden lassen, einen Vollzeitjob gemacht und zwischen all den Dingen NUR den Zustand meiner Zähne im Kopf gehabt, Träume in denen mir die Zähne der Reihe nach abbrachen durchlebt, sämtliche Werbungen weg geschaltet, die auch nur im geringsten mit Zähnen zu tun hatten, die Straßenseite gewechselt, wenn ich irgendwo ein Zahnarztschild entdeckt hatte, Gesprächen bin ich ausgewichen, bei denen es um Zähne und Zahnarzt ging, ich hatte alles “verbannt” aus meinem Leben, was auch nur im geringsten mit Zahnarzt zu tun hatte, allerdings gegen meine Zahnschmerzen die verständlicherweise immer größer wurden, hatten schon längst keine Tabletten mehr Wirkung gezeigt.

Ich fing an Alkohol zu trinken, habe versucht damit meine Schmerzen unter Kontrolle zu bekommen, ich bin Nächtelang durch die Wohnung gewandert, mit dem Kopf gegen die Wand, weil ich hoffte das meine Kopfschmerzen die ich dadurch bekäme größer würden, als der Schmerz den ich bis dahin hatte. Nichts, es half einfach nichts mehr. Manchmal nach Wochen, wenn dann irgendwie scheinbar die Entzündung abgeklungen war, hörten dann auch die Schmerzen auf. Zu der Zeit war ich mir sicher, ich zieh meine Kinder groß und dann war es das. Darauf hab ich zugearbeitet, die Zeit die ich heute im Nebel sehe oder die mir ganz entfallen ist, ist wohl die Zeit die ich benebelt war durch einen Tabletten-Alkoholmix, ich weiß es nicht.

Was ich weiß, ich war wild entschlossen meine Kinder großzuziehen soweit, dass sie auf eignen Füßen standen und dann wollte ich mir das Leben nehmen.
Mag heute krass klingen, aber ich hatte auch dafür einen Plan “geschmiedet”. Ich hatte mir schon “mein” Haus ausgesucht, von dem ich eines Tages springen würde.

So vergingen die Jahre, zur Wendezeit verlor ich meine Arbeit, hab mich dann um eine Umschulung bemüht und zufällig während dieser Zeit eine ganz kleine Anzeige in einer Fernsehzeitung gelesen. Zwei Zeilen oder drei, die mein Leben verändern sollten. Da stand doch tatsächlich eine Internet Adresse, die Hoffnung versprach, HABEN SIE ANGST VORM ZAHNARZT? SIE SIND NICHT ALLEIN oder HILFE KÖNNEN SIE HIER FINDEN oder so ähnlich. Und dann noch die Internet Adresse.
Damals war ich nicht sofort bereit da zu schaun, aber ich hab mir die Adresse notiert. So vergingen dann Wochen, bis ich eines Tages einen “Knubbel” an meinem Hals bemerkte. Da ich außer Zahnärzten auch jegliche andere Ärzte mied, weil ich mich wegen des Zustands meiner Zähne so sehr geschämt habe, bin ich auch da nicht zum Arzt um das abzuklären. In mir stieg Panik auf, da ich nicht wusste was dieser “Knubbel” war. Ich malte mir das schlimmste aus und dachte echt an Krebs, weil der Lebenswandel, ständig die vielen Medikamente, der Alkohol, das musste sich ja irgendwo bemerkbar machen. Meine Kinder waren vielleicht 10, 11 Jahre damals. Das war noch nicht die Zeit, wo sie ohne ihre Mutter auskommen konnten!!!

Wie ich es dann endlich geschafft habe, doch mal auf dieser Seite nachzuschauen, kann ich nicht sagen, ich weiß nur so viel, dass ich schweißgebadet gelesen habe, dass es in Berlin einen Zahnarzt gibt, der Menschen behandelt die Angst vorm Zahnarzt haben. Ich schrieb eine mail, an genau diesen Zahnarzt, nur ganz kurz, habe aber nicht wirklich damit gerechnet eine Antwort zu erhalten. Doch die kam prompt, als ob er auf meine mail vor seinem Computer gewartet hätte. Ich war fassungslos und noch mehr von Panik gepackt als je zuvor! Er schrieb mir, das es von meinem Wohnort aus wohl besser wäre, wenn ich mich an Dr. M. wenden würde, die Entfernung wäre nicht ganz so weit.

Wie lange ich dann gebraucht habe um Dr. M. zu schreiben weiß ich nicht mehr, aber irgendwann hatte ich ein bisschen Mut und habs getan. Seine Antwort, ganz nett, aber ich sollte ihn anrufen. ANRUFEN! Das war unmöglich! Einen Zahnarzt anrufen, das ging gar nicht! Und dann ging es doch! Ich habe allen Mut zusammen genommen und ihn angerufen, über was wir gesprochen haben, wie ich zu meinem ersten Termin kam... Keine Ahnung!

Aber da fing es an, mein Leben fing an, sich in eine andere Richtung zu drehen.

Es gab echt Hoffnung! Ich wusste zwar nicht wo ich eigentlich hin musste, aber ich hatte einen Termin! Von da an konnte ich kaum noch schlafen, kaum noch essen, ich war unfähig irgendetwas zu tun! Am Abend vorher brachte ich meine Kinder zu meiner Mutter und erzählte ihr, ich sei am nächsten Tag unterwegs zu einem Ausflug mit der Firma. Am Abend schrieb ich dann Abschiedsbriefe an meine Mädels, mir steigen heute noch die Tränen in die Augen wenn ich daran denke. Ja, ich habe Abschiedsbriefe geschrieben, weil ich wusste, ich werde NIE bei dem Zahnarzt ankommen! Nicht weil die Strecke zu ihm 550 km lang war, sondern weil ich mörderische Angst hatte, das Wort Panik ist dafür glaub ich nicht mehr ausreichend.
Ich war sicher, ich fahre unterwegs vor einen Baum. Das es dann anders kam, ja, heute sag ich, GOTT SEI DANK!

Dr. M. war total nett, was mir zwar nicht meine Angst nahm, aber ich habs gespürt, er kann mir helfen! Ich musste nicht sofort auf diesen Zahnarztstuhl, zuerst hab ich einen Fragebogen ausgefüllt, dann haben wir uns erst unterhalten, und erst dann “durfte” er mal schaun. Ich glaub er hat auch gleich einen Zahn “reparieren” dürfen, und von da an hatte ich zwei drei Termine, vielleicht auch vier, bei denen mir meine kaputten Zähne gezogen, die noch zu rettenden behandelt und mir zwei “Halbprotesen” (nennt man das so?) angefertigt wurden.
Ich war glaub ich jedesmal total durch den Wind, aber ich hab es geschafft, ich hab das alles durchgezogen! Ja so war das, ich war meine Zahnschmerzen los!!! Das war das unbeschreiblichste Gefühl überhaupt und ich konnte wieder richtig essen! Unbeschreiblich! Mein Glücksgefühl war enorm, mein Leben machte wieder Sinn, nur... Ich dachte jetzt hätte sich das Thema wieder erledigt, ein für allemal, die Zähne waren gemacht, die künstlichen konnten nicht mehr kaputt gehen, weil, auch wenn Dr. M. super nett war, geduldig und aufopferungsvoll, so war es nicht so, dass ich meine Ängste verloren hatte! Ich musste dann in den nächsten ein zwei Jahren noch einmal hin, weil die Kronen abgegangen waren und da stand ich jedesmal wieder vor diesem Horror, von Angst und Panik gepackt! Das nichts gemacht wird, was ich nicht wollte, wie es Dr. M. mir immer wieder gesagt hatte, das wusste ich, dass hatte ich auch verstanden, nur hat mir das gar nichts geholfen! Meine Angst wurde jedesmal größer, wenn ich wieder hin musste.

Weil der Weg ja auch so weit war, hab ich versucht, hier in meinem Ort zu einem Zahnarzt zu gehen, ich dachte was ich schon einmal geschafft hatte, musste doch nochmal klappen. Meine Zähne waren doch nun “vorzeigbar” und die Zeiten hatten sich geändert, es gab sicher keinen Zahnarzt mehr wie früher, ohne Verständnis, mit alten Instrumenten... Doch es ging nicht! Gar nicht! Ich hatte das Gefühl, mich im Kreis zu drehen, alles was mit Zahnarzt zu tun hatte, wurde wieder strickt gemieden, ich war am verzweifeln! Ich wollte das so nicht! Ich wollte raus aus diesem Teufelskreis! Aber es ging nicht, ich konnte den Schalter in meinem Kopf einfach nicht umlegen! Aber ich musste, wenn ich nicht wieder da enden wollte, wo ich schon einmal stand, am Abgrund!

Ich wusste durch den Fragebogen damals bei Dr. M. und anschließendem mail-Austausch mit ihm, dass meine Angst wohl auch durch sexuellen Missbrauch hervorgerufen war, Dinge wo ich früher geglaubt hatte, mich nie wieder an sie erinnern zu müssen! Und es war mir bewusst, dass es die Angst vor diesem Zahnarztstuhl ist, die mich nicht los lies. Darauf zu liegen und “ausgeliefert” zu sein, das konnt ich nicht ertragen! Auch der Rat von Dr. M. von damals, mir einen Psychologen zu suchen, war sicher gut gemeint und richtig, aber den Weg konnte ich nicht gehen. Ich kann bis heute nicht darüber sprechen und will es auch gar nicht. So hab ich mich durch Internet-Foren gekämpft und sogar zeitweise mal einen Hoffnungsschimmer gehabt, das ich Hilfe bekommen könnte, ohne dass ich jemandem direkt gegenüber sitze und ihm meine intimsten Geheimnisse offenbaren muss. Allerdings wurde der Keim der Hoffnung ziemlich schnell erstickt. Ich hab dann angefangen mich intensiv mit den Themen zu beschäftigen, der Angst vorm Zahnarzt und sexuellem Missbrauch, ich habe fast alles was sich an fachlichen Dingen im Internet finden lies, geradezu “aufgesaugt”. Vielleicht hat mir das ganze lesen etwas gebracht, nein ziemlich sicher, es hat mir etwas gebracht, ich habe mich direkt damit konfrontiert, mit Dingen die ich nie mehr in meinem Kopf haben wollte, die ich verschlossen hatte in einer Schublade, die ich nie wieder aufschließen wollte. Mir ist dadurch so vieles klar geworden, ich sehe einiges jetzt mit ganz anderen Augen.

Und eines Tages, in einer Zeit als ein Zahnarztbesuch längst schon überfällig war, weil ich höllische Zahnschmerzen hatte, da las ich in einer Tageszeitung einen Bericht über Oralophobie, geschrieben von einer Zahnärztin aus unserem Ort! Das war die Chance! Diesmal brauchte ich nicht so lange um was zu unternehmen, dafür sorgten schon allein die Zahnschmerzen. Anrufen konnte ich nicht, eine mail-Adresse hab ich nicht gefunden, also schrieb ich ihr einen Brief. Ich hab ihr meine Geschichte erzählt und hoffte nun, dass ich eine Antwort bekommen würde.

Fast zwei Wochen tat sich nichts, bis ich dann eine mail von ihr erhielt. Mein Herz blieb fast stehn vor lauter Schreck weil, auch so sehr ich gehofft hatte, sie möge mir schreiben, so sehr hoffte ich doch auch, dass sie es nicht tun möge, trotz meiner Zahnschmerzen. Telefonisch vereinbarte ich dann eine Woche nach ihrem Schreiben einen Termin. Ich konnte es nicht glauben, was mich die Schwester am Telefon fragte, können Sie morgen kommen? Damit war ich echt überrumpelt und überfordert, ich brachte nur ein leises ja heraus und sonst nichts. Am nächsten Tag ging ich hin, geschüttelt von Panikattacken, aber ich bin hin!
Eine sehr nette Zahnärztin, sehr ruhig und ja was soll ich sagen, ich fühlte mich von Anfang an wohl bei ihr, wenn man in einer Zahnarztpraxis von so was sprechen kann. Sie behandelte meinen Zahn, machte eine Wurzelbehandlung, wo ich gezwungener maßen in kürzeren Abständen zu ihr gehen musste und ich merkte während der Behandlung dass ich von mal zu mal weniger Angst in mir hatte. Das ganze ist jetzt etwa drei Monate her und ich hab schon wieder einen neuen Termin zum nachschauen, im Mai.

Mit Hinblick auf diesen Termin... na ja nicht ganz ohne Angst, aber ich schaffe das!
Und übrigens auch mein “Knubbel” am Hals wird nun endlich nach Jahren behandelt, weil den Weg zu einem Allgemeinarzt hab ich nun mittlerweile auch geschafft.

Jetzt kann ich endlich ganz NEU anfangen!